Warum wir Israel brauchen

Erstpublikation in der Zeitschrift „Zwischenwelt. Zeitschrift für Kultur des Exils und des Widerstands“, Wien, Nr. 4/2024, Oktober 2024, S. 20-22

Katastrophen sind Teil meiner Familiengeschichte – Kriege, Verfolgungen, Vertreibungen, Pogrome, Lagerhaft, Exekutionen, Emigration, Exil. Wer von meinen Verwandten unsere ursprüngliche Heimat Belarus oder die Ukraine im Sommer 1941 nicht rechtzeitig verließ, wurde von den Nazis ermordet. Einige wenige überlebten in Verstecken oder in Wäldern. Manche starben als Kämpfer der Roten Armee. Meine Eltern, damals noch Kinder, wären während der Leningrader Blockade fast verhungert. Doch die größte Gefahr für meine Eltern und Großeltern drohte erst Jahre nach dem Ende der NS-Zeit – Anfang 1953, als Stalin beschlossen hatte, alle Juden des Landes in entlegene Regionen Sibiriens und Kasachstans zu deportieren. Dort erwartete die meisten von ihnen der Tod durch Hunger, Kälte oder Krankheiten. Andere Völker der Sowjetunion – Koreaner, Deutsche, Tschetschenen, Krimtataren – hatten das schon erleiden müssen. Ende Februar 1953 standen in meiner Geburtsstadt Leningrad die Güterwaggons bereit, in denen sämtliche Juden der Stadt deportiert werden sollten. Das war zwar ein Staatsgeheimnis, doch alle wussten Bescheid. In der Küche der Kommunalwohnung, in der die Familie meiner Mutter wohnte, stritten die Nachbarn schon um den angeblich bald frei werdenden Wohnraum. Die Juden würden ja bald deportiert werden, hieß es; wem stünden dann ihre beiden Zimmer zu? Die Nachbarn diskutierten darüber sogar in Gegenwart meiner Mutter (sie war damals 15), die zu geschockt und nach den Verfolgungen der vorangegangenen Monate zu traumatisiert war, um zu protestieren oder auch nur in irgendeiner Weise zu reagieren.

Stalin starb am 5. März 1953 und seine Nachfolger sagten die Judendeportation ab. Ob diese Entscheidung etwas mit der Tatsache zu tun, dass zu diesem Zeitpunkt der Staat Israel schon existierte und sich dem Schutz von Juden weltweit verpflichtet fühlte, kann man heute nicht mehr mit Sicherheit sagen. Faktum ist, dass der starke Mann der Sowjetunion in den Monaten nach Stalins Tod – Geheimdienstchef Lawrentij Berija, ein Psychopath, der Gefangene aus purem Vergnügen eigenhändig zu foltern pflegte – diese Entscheidung zweifellos nicht aus Gründen der Humanität, des Mitleids oder des Philosemitismus getroffen hatte. Faktum ist auch, dass es 1945 und in den Jahren danach einige blutige Judenpogrome in Polen, in der Sowjetunion oder in arabischen Ländern gegeben hatte, dass aber bald nach der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 Juden weltweit sicherer waren als jemals zuvor in ihrer Geschichte seit dem Untergang des Römischen Reiches. Das heißt nicht, dass sie nirgends mehr verfolgt wurden. Die Morde und Vertreibungen von Juden aus islamischen Ländern in den 1950er und 1960er Jahren sowie die weit verbreitete Hitler-Verehrung im arabischen Raum waren genauso eine Katastrophe für das Judentum wie die anhaltenden Diskriminierungen von Menschen jüdischer Herkunft in der Sowjetunion und einigen anderen Ländern des „real existierenden Sozialismus“. Zudem waren Juden verstärkt Ziele und Opfer von Terroranschlägen. Doch immerhin hatten diese Menschen stets einen Ort, an den sich flüchten konnten und wo sie willkommen waren: den Staat Israel. Dieser Staat organisierte umfassende Rettungs- und Evakuierungsoperationen für die gefährdeten Juden Äthiopiens und des Jemen. Der jüdische Staat setzte sich intensiv für die sowjetischen Juden ein und erreichte – mit Hilfe der USA -, dass ab 1971 Menschen jüdischer Herkunft die Sowjetunion Richtung Israel verlassen durften, während der Eiserne Vorhang für alle anderen, die das Pech hatten, östlich davon zu leben, weiterhin unüberwindbar blieb. So verließen im März 1971 auch meine Eltern und ich unsere Heimatstadt Leningrad für immer und wanderten nach Israel aus …

Das von der Hamas verübte Massaker am 7. Oktober bedeutet eine Zäsur. Es war der größte Massenmord, der nach dem Ende der Nazi-Herrschaft, an Juden verübt wurde. Und dennoch frage ich mich, wieviele Juden bzw. Menschen jüdischer Herkunft weltweit wohl ermordet, vertrieben, verfolgt, verachtet oder an den Rand der Gesellschaft gedrängt worden wären, wenn es den Staat Israel nicht gegeben hätte. Ich vermute, dass es in einem solchen Fall seit 1945 noch mehr Tote gegeben hätte, mehr Verletzungen, Traumata, zerstörte Existenzen, noch mehr Flucht und Wehmut, viel mehr Schmerz und Verlust, als wir es uns heute vorstellen können. Es entbehrt nicht einer bitteren Ironie, dass es gerade die weltweite Reaktion auf das Massaker vom 7. Oktober und den nachfolgenden Gaza-Krieg ist, die, wie ich meine, meine These im besonderen Maße stützt!

Eine Freundin von mir hat das, was wir zurzeit erleben, folgendermaßen auf den Punkt gebracht: „Im Mittelalter hasste man die Juden wegen ihrer Religion, im 19. und 20. Jahrhundert wegen ihrer sogenannten Rasse und jetzt wegen ihrem Staat.“ Auch wenn dies eine verkürzte Sicht der Dinge ist, bleibt die Aussage tendenziell richtig. Die Antisemiten von heute verstehen sich oft als „Antizionisten“ oder schlichtweg als „Israelkritiker“. Wer Israel als Apartheid-Staat bezeichnet, im Zionismus eine rassistische Ideologie sieht oder im Krieg der israelischen Armee gegen die Hamas im Gaza-Streifen einen Völkermord zu erkennen glaubt, wähnt sich auf Seiten der Humanität und des Völkerrechts und weist den Vorwurf des Antisemitismus oft empört von sich. Es gibt sogar jüdische Menschen – vor allem in den USA, aber auch anderswo -, die dem Gruppendruck ihrer Milieus und dem Wunsch nach Zugehörigkeit nachgeben und auf Demonstrationen mitmarschieren, auf denen die Hamas als Widerstandsbewegung bezeichnet und das Massaker vom 7. Oktober 2023 geleugnet wird. Und es gibt nichtjüdische Aktivisten, die ihre antiisraelische Haltung als Teil eines antikolonialistischen Kampfes gegen die Mächtigen der Welt verstehen, so als bestehe Israel in erster Linie aus alten, weißen Männern, die die Welt beherrschen und ausbeuten. Dass es sich hierbei um ein uraltes antisemitisches Klischee handelt, ist vielen von ihnen bewusst, sie verdrängen es aber erfolgreich, wollen es nicht wahrhaben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Antifaschisten können ja grundsätzlich keine Antisemiten sein … Sie fragen sich nicht, warum gerade ein kleiner Staat wie Israel, der von Flüchtlingen aus Europa und von Holocaust-Überlebenden gegründet und Millionen Verfolgte und vertriebene Juden aus arabischen Ländern und anderen Teilen der Welt aufgenommen hat, in bestimmten rechten, vor allem aber linken Milieus schon seit Jahrzehnten als Inbegriff westlicher Macht, Arroganz und Unterdrückung gilt und sowohl symbolisch als auch exemplarisch für den westlichen Imperialismus herhalten muss.

Kritik an der israelischen Besatzungspolitik oder an der Kriegsführung im Gaza-Streifen ist natürlich legitim, nachvollziehbar und notwendig. Es ist schwer zu glauben, dass die hohe Zahl von zivilen Opfern absolut unvermeidbar gewesen wäre. Benjamin Netanjahu ist ein korrupter und zynischer Politiker, der diesen Krieg wahrscheinlich künstlich verlängert, um sich selbst an der Macht zu halten. Im Vergleich zu seinen rechtsradikalen Koalitionspartnern ist aber sogar er noch ein liberaler Politiker. Ich weiß nicht, ob ein Sturz der derzeitigen israelischen Regierung zu einer Besserung der Lage führen würde, doch schlimmer als jetzt kann es wohl nicht mehr werden …  Seltsam ist nur, warum sich vergleichsweise wenige Menschen, die in den USA, in Australien, Schweden oder Südafrika leidenschaftlich „gegen Israel“ (und nur selten „gegen die Regierung Netanjahu“) und für ein Palästina „vom Fluss bis zum Meer“ demonstrieren, die Frage stellen, weshalb gerade dieser blutige Konflikt die Gemüter weltweit derart erhitzt, während andere, ungleich blutigere Konflikte offenbar nur die Betroffenen selbst, sonst aber kaum jemanden interessieren. Im Sudan, in Äthiopien, in Libyen, in Syrien, in Jemen oder in Mali betreiben der Westen, Russland, Saudi-Arabien oder der Iran Machtspiele, Stellvertreterkriege und eine Kolonialpolitik, die an Zynismus kaum zu übertreffen ist und schon Millionen Menschen das Leben gekostet hat. Dagegen jedoch hat in New York City, Malmö oder Paris kaum jemand demonstriert.

Wäre Israel kein JÜDISCHER Staat, würde sich außerhalb des Nahen Ostens kaum jemand dafür interessieren, was dort passiert, und auch im Nahen Osten selbst wäre die Bedeutung dieses Staates als negatives Symbol bei weitem nicht so groß. Demzufolge muss ich dem von mir geschätzten Journalisten Karim El-Gawhary widersprechen, der in einem Interview letzten Herbst gemeint hatte, Israel wäre in der arabischen Welt gleichermaßen verhasst, wenn es sich um keinen jüdischen, sondern um einen chinesischen oder indischen Staat handeln würde.  

Für mich besteht kein Zweifel daran, dass die sogenannten Pro-Palästina-Demos, mit denen wir seit Monaten weltweit konfrontiert sind, im Kern antisemitisch sind. Es geht nicht um Palästinenser (palästinensische Flüchtlinge werden in vielen arabischen „Bruderländern“ seit Jahrzehnten als Menschen zweiter Klasse behandelt, viele von ihnen müssen seit Generationen in Flüchtlingslagern leben), es geht um Juden. Die Judenfeindschaft ist ein Element, das zu den konstitutiven Merkmalen der christlichen und islamischen Kulturen gehört. Sie bildet sogar einen wesentlichen Bestandteil dieser Kulturen. Mehr als das: an den Ursprüngen dieser Kulturen hat die Judenfeindschaft erst jene Prozesse ausgelöst, die diese Kulturen erschaffen haben. Ohne Judentum und der Abgrenzung und der Emanzipation davon, ohne Verteufelung der Juden als Grundvoraussetzung für das eigene Selbstverständnis und die eigene Besonderheit und Einmaligkeit hätten das Christentum und der Islam, wie wir sie heute kennen, gar nicht entstehen können. Das Christentum wäre nur eine obskure jüdische Sekte geblieben, wenn es sich durch den Vater- und Muttermord am Judentum nicht von seinen Ursprüngen emanzipiert und als etwas ganz Eigenständiges definiert hätte, und der Islam hätte sich ohne seinen patriarchalen Größenwahn, seine Weltherrschaftsphantasien und die Verteufelung gerade des Judentums, dem es in vielerlei Hinsicht ähnlicher ist als dem Christentum, niemals gegen die religiöse „Konkurrenz“ durchsetzen können.

Das Bild des Juden als Prototyp des „Anderen“ ist weiterhin tief im Unterbewusstsein vieler Menschen verankert. Es gibt Muslime, die glauben, dass Gott die Juden hasst, und Christen, die der Meinung sind, die meisten Juden seien reich und mächtig. Noch wesentlicher als das ist aber die Überzeugung, jüdische Menschen, egal, ob sie nun jüdischen Glaubens sind oder nicht, könnten niemals so sein wie die Mehrheitsbevölkerung. Sogar der große Humanist und Literaturnobelpreisträger Alexander Solschenyzin behauptete in seinem Buch „Zweihundert Jahre zusammen“ über die Geschichte der Juden in Russland und der Sowjetunion, ein Mensch jüdischer Herkunft könne, mag er auch sein Leben lang in Russland gelebt haben und nichts anderes kennen, einen „echten“ Russen niemals zur Gänze verstehen, weil einem Juden die russische Seelentiefe und das intuitive Verständnis für das Wesen des russischen Menschen von Natur aus fehle …

In arabischen Ländern wirft man uns Juden oftmals vor, wir hätten kein Mitgefühl. Man sagt, die toten Kinder in Gaza, die verletzten Mütter, die verzweifelten Väter seien uns egal. Für die arabischen Medien sind alle Israelis herzlose Mörder. Zweifellos gibt es Israelis, die behaupten, die Bewohner des Gaza-Streifens ernteten nun das, was sie gesät, bekämen das, was sie verdient hätten. Es gibt jüdische Extremisten, die Hilfsgüter für den Gaza-Streifen zerstören und verlangen, man solle die „potenziellen Terroristen von morgen“ hungern lassen. Doch handelt es sich bei diesen Leuten in Israel um eine Minderheit. Die Mehrheit der Israelis freut sich genauso wenig über leidende palästinensische Kinder, über getötete Frauen oder dem Erdboden gleichgemachte Städte wie die Mehrheit der Juden auf der Welt.

Auf Mitgefühl mit den israelischen Opfern des Massakers von 7. Oktober 2023, mit ihren Angehörigen oder mit den von der Hamas aus Israel entführten Geiseln wartet man in der islamischen Welt hingegen vergebens. Vielmehr erinnern wir uns alle an die Jubelchöre und Freudentänze, an die verteilten Süßigkeiten, an die Häme und den Spott, die es unter Muslimen am sowie unmittelbar nach dem 7. Oktober 2023 gegeben hat. Und es waren nicht nur Palästinenser in den Flüchtlingslagern des Westjordanlandes oder des Gaza-Streifens, die über die Entführungen, die Massenvergewaltigung jüdischer Frauen, über Folterungen oder die Ermordungen von Babys und Kleinkindern frohlockten, sondern auch Muslime in Ägypten oder Migranten im fernen Schweden, Deutschland oder Kanada.

Wer in einem mehrheitlich islamischen, israelfeindlichen Land aufgewachsen ist, mag von Kindheit an derart indoktriniert worden sein, dass er oder sie Juden nur als Feinde oder Dämonen, nicht aber als Lebewesen mit menschlichen Zügen wahrnimmt. Das erklärt die fehlende Empathie, zu einem gewissen Grad auch den Jubel über Vergewaltigung und Mord. Unerklärlich hingegen scheint es auf den ersten Blick zu sein, wenn europäische oder amerikanische Feministinnen, Bobos, die einem westlich-säkularen Lebensstil frönen, und Menschen, die sich für Flüchtlinge engagieren, Hand in Hand mit Hamas-Befürwortern marschieren, die Vergewaltigungen und Entführungen jüdischer Frauen am 7. Oktober 2024 entweder leugnen oder gar Verständnis für die „Wut der Unterdrückten“, die diese Taten begangen hatten, aufbringen. Noch unerklärlicher ist es, wenn sich Homosexuelle oder Transpersonen mit dem „Kampf der Palästinenser gegen Israel“ (und in Zeiten wie diesen somit zwangsläufig mit der Hamas) solidarisieren. In einem islamistischen Staat, den sie sich für das palästinensische Volk offensichtlich wünschen, wären sie selbst und die feministischen Frauen die ersten Opfer, die man aufhängen, steinigen oder einsperren würde.

Der Kampf gegen den jüdischen Staat und für die „Befreiung“ des palästinensischen Volkes ist offenbar wichtiger als Logik, Mitgefühl oder historisches Bewusstsein. Den meisten Menschen, die auf Pro-Palästina-Demos mitmarschieren, fehlt das nötige Wissen zur Geschichte der Region, des Zionismus oder des Staates Israel. Sie haben wenig Ahnung von Arabern oder Juden, dem Islam oder dem Judentum, der Geschichte des Antisemitismus oder des Kolonialismus. Sie wissen nichts über ökonomische und soziale Hintergründe, über Militärtechnik, Taktik, Strategie, Zwänge oder Möglichkeiten moderner Kriegsführung oder über das Völkerrecht. Hunderttausende laufen irgendwo mit, weil andere es auch tun, oder weil sie sich insgeheim darüber freuen, dass man auch einmal Juden als Täter anprangern darf. Der eigene Urgroßvater, der bei der SS war, oder die antisemitische Tante erscheinen dann plötzlich weniger schlimm zu sein …

Das alles zeigt, wie wichtig die Existenz Israels für uns Juden in aller Welt weiterhin ist. Wenn der Kampf gegen einen jüdischen Staat für so viele Menschen auf der Welt offenbar so bedeutsam ist, dass sie dafür sogar bereit sind, fundamentale Grundsätze wie den Schutz von Frauen gegen Vergewaltigungen oder den Kampf gegen religiösen Wahn und Totalitarismus hintanzustellen, wie würde es uns Juden in dieser Welt wohl ergehen, wenn wir keinen eigenen Staat hätten? Was würden all die Antisemiten tun, die sich heute zurückhalten, weil ihnen Israel Angst einjagt? Ein bislang nur selten thematisierter, aber wichtiger Aspekt ist, dass Israel den weltweiten Antisemitismus auf sich lenkt wie ein Magnet. Das wiederum verschafft aber den Juden der Diaspora, trotz aller Gefahren, denen auch sie weiterhin ausgesetzt sind, eine gewisse Entlastung. Eine Atempause? Antisemitische Gefühle werden heutzutage oft auf die Juden in Israel, statt wie in früheren Zeiten auf die jüdischen Nachbarn im eigenen Land projiziert. Die pessimistische Schlussfolgerung daraus ist, dass die Lösung des Nahostkonflikt, welche es vielleicht einmal in Zukunft geben könnte, und ein Frieden in der Region keineswegs zu einer Verringerung des Antisemitismus weltweit führen werde. Doch das sind nur mehr theoretische Überlegungen, weil niemand von uns, wie ich fürchte, diese Zeit noch erleben wird.

Einzelne Passagen dieses Essays sind meinem Artikel mit dem Titel „Mitgefühl“ entnommen, der im Juli 2024 in der Zeitschrift „Illustrierte Neue Welt“, Wien, erschienen ist.

© Vladimir Vertlib

Vladimir Vertlib, geb. 1966 in Leningrad (heute St. Petersburg). 1971 emigrierte die Familie nach Israel, dann nach Italien, Holland und die USA, bevor sie sich 1981 in Österreich niederließ. Vertlib lebt seit 1993 als Schriftsteller in Salzburg und Wien. Sein Werk umfasst Romane, Erzählungen, Essays, ein Theaterstück, ein Libretto zu einem Oratorium sowie zahlreiche Artikel. Von 2014-2024 war Vertlib Mitherausgeber der Zeitschrift „Zwischenwelt“. 2001 erhielt er den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis sowie den Anton-Wildgans-Preis, 2023 den Preis der Stadt Wien für Literatur. 2024 wurde Vladimir Vertlib mit dem Theodor Kramer Preis für Schreiben im Widerstand und Exil ausgezeichnet. Vertlib schrieb u. a. die Romane „Zwischenstationen“, „Das besondere Gedächtnis der Rosa Masur“ und „Lucia Binar und die russische Seele“, der 2015 auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis stand. Zuletzt sind die Romane „Zebra im Krieg“ (2022) und „Die Heimreise“ (2024) im Residenz Verlag erschienen. 

Comments
One Response to “Warum wir Israel brauchen”
  1. Avatar von amanita amanita sagt:

    Das ist völlig richtig, was du schreibst. Die Hamas-Unterstützung des Westens kann ich mir nur so erklären, dass der Westen insgeheim beschlossen hat zu kollabieren, d.h. sich aufzugeben, wie ein schwer depressiver Selbstmordkandidat. Der Westen glaubt nicht mehr an seine eigenen Kräfte, er glaubt nicht mal mehr an Gott, er weiß nicht, was er will, er sitzt an einem Ort, wo die Luft sehr dünn ist, hat keine Eltern und keine Kinder, weder Sinn noch einen Plan. Das ist traurig. Ihr seid sehr tapfer in Israel, kämpft weiter! Lieben Gruß!

Hinterlasse einen Kommentar

  • Hier klicken und Sie werden über aktuelle Einträge auf dieser Seite per E-Mailverständigt.