Schimons Schweigen

Roman, 268 Seiten, Deuticke im Zsolnay Verlag, Wien 2012:

Warum haben der Vater und sein einst bester Freund Schimon dreißig Jahre lang kein Wort mehr miteinander gewechselt? In der Sowjetunion kämpften sie Seite an Seite im Untergrund gegen das Regime. Nun lebt Schimon, der viele Jahre in einem sowjetischen Lager verbringen musste, in Jerusalem. Und der Vater ist schon seit einiger Zeit tot.
Dies ist nur eines der spannenden Rätsel der Vergangenheit, die „der Schriftsteller“, Vladimir Vertlibs Alter Ego, auf einer emotionellen Reise nach Israel zu lösen sucht, wo er als Kind selbst zwei Jahre lang gelebt hat. Die Reise wird für den Erzähler zu einer ebenso berührenden, humorvollen wie dramatischen Auseinendersetzung mit sich selbst.
Die Familie des Ich-Erzählers war, nachdem sie Israel enttäuscht den Rücken gekehrt hatte, im Wien der Achtzigerjahre gelandet, wo die Waldheim-Affäre und der Umgang mit der Vergangenheit gerade die Gesellschaft entzweiten. Israel blieb für den Protagonisten, wie schon für seinen Vater, das Land einer ambivalenten Sehnsucht, in dem sich die eigene brüchige Identität als Migrant, als Jude und als Österreicher russischer Herkunft spiegelte.

Vladimir Vertlib vereint das moderne Schreiben mit jüdischer Erzähltradition und russischer Poesie.“ Doron Rabinovici

Vertlib schildert in diesem faszinierenden Roman eine sehnsüchtige, rastlose Suche. […] Mit diesem Spannungsbogen intensiviert Vertlib das Staunen darüber, wie Juden von Israel enttäuscht sind, wie die Brutalität einer Diktatur sogar die Freundschaft zweier mutiger politischer Draufgänger zerstört und wie das Heimweh die Willenskraft brechen kann.“ Hedwig Kainberger in den Salzburger Nachrichten, 01.03.2012, über Schimons Schweigen.

Die Reise dieses Erzählers lässt tief in familiäre sowie politische Kämpfe von früher schauen, in Konflikte von heute, die auf früheren Verstrickungen gründen. Und sie gibt ein eindringliches Spiegelbild eines Alter Ego, das von brüchigen Existenzen zu erzählen weiß.“ Klaus Zeyringer in Der Standard, 10.03.2012, über Schimons Schweigen.

Viele scharfsinnige Beobachtungen und Analysen finden sich in diesem Buch, das uns eine Idee davon gibt, wie es sich anfühlt, ein Migrant zu sein, und überall, wo man hinkommt, im „Hinterhof der Gesellschaft“ neu anfangen zu müssen.“ Karin Buttenhauser in Ö1, 22.03.2012, über Schimons Schweigen.

In seinem neuen, vielleicht bisher besten Buch macht Vladimir Vertlib die oft tragikomischen Zerreißproben im Leben eines Kosmopoliten wider Willen nacherlebbar und führt uns auf beschämende Weise die Absurdität jener Identitäts- und Herkunftsdebatten vor Augen, die heute zuweilen wieder bedrohliche Formen annehmen.“ Sabine Berking in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, 29.06.2012, über Schimons Schweigen.

„Vladimir Vertlib ist ein wunderbarer Erzähler, der mit intelligenter Leichtigkeit und feinem Humor durch die verschachtelte Romanstruktur führt. Dabei gelingt es ihm in großartiger Weise, seinen Lesern genau jenen Spiegel vorzuhalten, der ihnen die ‚eigenen Gefühle, Erfahrungen, Ängste und Sehnsüchte’ vor Augen führt.“ Andrea Livnat in ihrer Rezension für Hagalil, 24.07.2012, über Schimons Schweigen.

‚Schimons Schweigen‘ ist ein radikales Buch, das die Illusionen des Migrantenlebens schonungslos und realistisch in Worte zu fassen vermag.“ Natalia Shchyhlevska für parola vissuta (Buchtipps für interkulturell lesende) über Schimons Schweigen.

Siehe auch: Eine schöne Leserrezension bei Lovelybooks

Weitere Pressestimmen zu Schimons Schweigen und Links zu Rezensionen unter „Presse u.s.w.“ auf dieser Homepage…

Schimons Schweigen wurde von Hana Linhartová ins Tschechische übersetzt und soll im Kalich Verlag, Prag, publiziert werden…

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